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Leserbrief zu Handen Aargauer Zeitung

 

Lieber Herr Benini, so nicht

Es ist leider wie immer. Journalisten berichten einseitig und verdreht, wenn es um das Gesundheitswesen geht.

Erstens: Der neue Tarif Tardoc wurde zurückgewiesen, das stimmt. Die Begründung allerdings, dass die Kostenneutralität nicht eingehalten wird, stimmt nicht! Die Ärzteschaft hat bereits bei Einführung des Tarmed bewiesen, dass sie kostenneutral umsetzen kann – der Taxpunktwert musste im Aargau nicht korrigiert werden und stimmte auf den Rappen genau. Auch Tardoc wäre kostenneutral umgesetzt worden. Dass dies Herr Berset nicht so sehen will hat einen politischen Hintergrund und nichts mit Fakten zu tun. Bedauerlich ist dies, da der Tardoc eine nicht unbedeutende Umschichtung zugunsten der Grundversorgung und zu Lasten der invasiv tätigen Spezialisten gebracht hätte.

Zweitens: Die Ärzteschaft stemmt sich keineswegs gegen Reformen, die FMH hat mehrfach Vorschläge gemacht, alleine BAG und Presse gehen nicht darauf ein! Die Ärzteschaft stemmt sich aber gegen Vorlagen, die die Versorgung verschlechtern. Immerhin ist der schnelle und gute Zugang zum Gesundheitswesen einer der wichtigsten Gründe, wieso das schweizerische Gesundheitswesen im internationalen Vergleich ausgezeichnet dasteht. Das wollen wir nicht gefährden. Wie unglücklich ja geradezu wirr die Politik agiert, zeigt der frisch eingeführte Zulassungsstopp, wo kaum eingeführt Korrekturen angebracht werden müssen.

Drittens: Die Ärzteschaft als alleinige Treiber der Kostensteigerung hinzustellen entbehrt jeder Grundlage. Überfüllte Notfallstationen dürften als Beispiel nichts mit dem Angebot der Ärzte zu tun haben. Die Wachstumsrate von Ambulanzfahrten und Helikopterflügen zeigt auch in eine andere Richtung.

Viertens: Vielleicht wissen Sie das nicht, aber im Kanton Aargau dürfen die Ärzte bis auf wenige Ausnahmen keine Medikamente verkaufen.

Fünftens: Eine Aufhebung des Vertragszwangs kann aus meiner Sicht diskutiert werden und ist in der aktuellen Situation nicht zum Nachteil der überwiegenden Mehrheit der Ärzteschaft! Im Gegenteil, er würde den Zugang zur Medizin verschlechtern und damit einen grossen Nutzen vernichten.

Last but not least: Ihre Angaben zum Durchschnittseinkommen sind total daneben. Das BAG und Herr Berset haben schon einmal mit gezinkten Karten gespielt und sie tun es wieder. Wenn Sie interessiert sind, wie hoch die Einkommen sind können Sie sich gerne an das Bundesamt für Statistik wenden, welches die entsprechende Erhebung durchführt.

Ich erwarte in Zukunft eine bessere Recherche.

 

Freundliche Grüsse

Dr. Jürg Lareida
Präsident

Wir freuen uns über die Wahl des neuen Geschäftsleitungsmitgliedes Dr. Thomas Ernst per Hauptversammlung des Aargauischen Ärzteverbandes vom 8. Juni 2022.

AAV Geschäftsbericht 2021 (pdf)

19.05.2022 data literacy

Der Aargauische Ärzteverband unterstützt das Engagement seitens data literacy: Link

02.07.2018 Strahlenschutz

Weitere Informationen hier (unter Strahlenschutz)